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Holzteile von Reenactorwaffen

Mai 16, 2011
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Wie behandelt man die Oberflächen der Holzteile bei Reenactorwaffen ?
Bei Darstellung der jüngeren Geschichte lässt sich diese Frage leichter beantworten da es oft noch genauere Beschreibungen oder Originalwaffen gibt. um so weiter man in der Geschichte zurück geht, um so schwieriger wird es. Immer weniger und ungenauere Informationen bekommt man. Geht man zurück ins Mittelalter oder früher ist die Antwort wohl meistens: gar nicht, rohes Holz unbehandelt. Die im späten Mittelalter aufkommenden Handschusswaffen wurden wahrscheinlich in der großen Masse auch nicht oberflächenbehandelt. Das Problem ist das Originale aus der Zeit oder der frühen Neuzeit zwar noch vorhanden sind, jedoch meistens Waffen der Previligierten, die von Generation zu Generation in Schlössern oder Herrenhäusern aufbewahrt wurden. Meist gehobene Ausführungen, reich verziert und veredelt. Und oft sind es Jagdwaffen. Die normalen Kriegswaffen der breiten Masse waren von einfacher Art, zweckdienlich und weniger wertvoll. Somit wurden sie nicht aufbewahrt wenn sie veraltet waren, Eisen war teuer.
Wie sah nun zum Beispiel eine Luntenschlossmuskete des frühen 17. jahrhunderts aus ?
Die Holzteile der besagten wertvolleren noch erhaltenen Waffen sind im Laufe der Jahrhunderte stark abgedunkelt, kein Wunder nach ca. 400 Jahren. jeder kennt solche Waffen aus Museen, Fernehn oder Büchern. Dies suggeriert nun vielen Menschen, meiner Erfahrung nach, das die Waffen einer möglichsst authentischen Nachstellung ebenso dunkle Holzteile haben sollten. Aber das stimmt nicht, im dreimigjährigen Krieg z.B. wurden viele neue Waffen hergestellt. Und die waren dann eben neu. Helle Buche z.B.
Ich habe meine Muskete letztes Jahr neu gekauft und sie einfach roh gelassen. Oft habe ich gehört mach die mal dunkler, die sieht so neu aus.
Und ? Habe ich gesagt.
nach einem Jahr Gebrauch war si dann durch Gebrauch vorne schön gebraucht, angespeckt. Nun gefällt es mir auch besser wenn man mit der Waffe auftritt, das man aussieht als habe man ein Paar Jahre Krieg hinter sich.
Ich kenne eine Menge gebeizte Musketen, das geht gar nicht finde ich. Aber dunkler von Gebrauch und Schmutz des Krieges, ja das könnte sie schon sein.
Asche, Ruß und etwas Erde hab ich mit wenig Wasser angerührt. Die Waffe damit eingestrichen. Es trochenen lassen. Dann mit einem Tuch abgerieben. Danach hab ich sie mit Maschienenöl eingerieben und auch das wieder trockenen lassen. Ich bin von dem Ergebnis begeistert.

Nichts sieht nach künstlicher Oberflächenbehandlung aus. Sie ist etwas dunkler und sieht einfach nur nach Jahrelangem gebrauch aus. Wenn die Stellen die man meistens anfasst nun durch Gebrauch noch fleckig werden dürfte es für meinen Geschmack perfekt sein. Andere Meinungen oder Methoden oder wiederlegendes sowie bestätigendes Fachwissen wären mir in Form von Kommentaren sehr willkommen.

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